Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu Speech At UN General Assembly 2016

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Die ethnische Säuberung von Jerusalem

http://blogs.timesofisrael.com/the-ethnic-cleansing-of-jerusalem/

Yarden Frankl

19. September 2016

Premierminister Netanjahu wurde von allen Seiten für ein Video verurteilt, in dem er die Palästinenser beschuldigt, die „ethnische Säuberung“ von Judäa und Samaria anzustreben.

https://www.youtube.com/watch?v=G8CUFSHB114

Sein Vorwurf, die Palästinenser würden einen Staat anstreben, in dem es keine Juden mehr gibt, schockierte die internationale Gemeinschaft und erfüllte sie mit Abscheu. Die Medien berichteten über die Reaktionen von Seiten des US-State Department und vom Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, die allesamt die Behauptungen des Premierministers zurückwiesen.
Die Botschaft war klar: Wie kann es der israelische Ministerpräsident nur wagen, eine solch unbegründete Anschuldigung zu formulieren. Was hat ihn wohl veranlasst, zu meinen, die Palästinenser würden einen Staat ohne Juden wollen?
Es scheint, dass jeder, der diese Äußerungen verurteilt hat, wohl eine kurze Lektion in Geschichte braucht. Im Jahre 1948 war ethnischen Säuberung genau das, was den Juden in Jerusalem und Teilen von Judäa angetan wurde – exakt die gleichen Gebiete, die die Palästinenser nun als Teil ihres Staates verlangen.

In der Altstadt von Jerusalem lebte 1948 bereits seit tausenden von Jahren eine jüdische Gemeinschaft. Es gab einige Familien, die bereits seit Generationen dort wohnten. Aber im Handumdrehen wurde diese kontinuierliche jüdische Präsenz gewaltsam aufgelöst. Einige Juden wurden mit vorgehaltener Pistole ermordet. Der Rest wurde zur Flucht gezwungen, mit nichts weiter, als den Kleidern auf dem Leib.

Nachfolgend eine Beschreibung dessen, was dann als nächstes unter arabischer Besatzung geschah: (SixDayWar.org)
http://www.sixdaywar.org/myths-and-facts.asp

„Nach der Eroberung durch die arabische Legion wurde das jüdische Viertel der Altstadt zerstört und deren Bewohner vertrieben. 58 Synagogen, einige von ihnen hunderte Jahre alt, wurden zerstört, und das Inventar wurde geplündert und geschändet. Einige jüdische religiöse Stätten wurden in Hühnerställe oder Tierställe verwandelt. Der jüdische Friedhof auf dem Ölberg, wo die Juden seit mehr als 2500 Jahren ihre Toten begraben hatten, wurde geplündert, Gräber wurden geschändet, tausende von Grabsteinen wurden zerkleinert und als Baumaterial, als Pflastersteine oder für Latrinen in den Armeelagern der arabischen Legion verwendet. Das Hotel Intercontinental wurde auf dem Friedhof errichtet und Gräber wurden zerstört, um Platz für eine Schnellstraße zum Hotel zu machen. Der Bereich an der Westmauer wurde zu einem Armenviertel.“

Wenn die Verbannung aller Juden und die Zerstörung von Beweisen der jüdischen Besiedlung nicht eine „ethnische Säuberung“ ist, was soll es wohl dann sein?

Diese ethnische Säuberung blieb jedoch nicht auf Jerusalem beschränkt. Gush Etzion und Kfar Etzion, die letzten jüdischen Städte dort, wurden belagert und angegriffen. Als den Verteidigern schließlich die Munition ausging und sie sich ergeben mussten, wurden sie zusammengetrieben und niedergemetzelt.

Aber die lokalen Palästinenser gaben sich nicht allein mit der Auslöschung der Juden zufrieden, sondern sie setzten auch alles daran, jegliche Hinweise zu vernichten, die beweisen könnten, dass die Juden jemals dort gelebt haben. Jedes jüdische Haus wurde niedergebrannt. Sogar landwirtschaftliche Felder wurden abgefackelt.

Diese Beispiele für ethnische Säuberungen kommen nicht aus der althergebrachten, längst vergangenen Geschichte. Es gibt Israelis, die heute noch am Leben sind, und die sich noch persönlich daran erinnern, aus Jerusalem vertrieben zu werden, und die mit ansehen mussten, wie ihre Häuser und Synagogen zerstört wurden.

Hat die heutige palästinensische Führung jemals die Ereignisse des Jahres 1948 verurteilt oder sich sogar davon distanziert? Nein, ganz im Gegenteil. Vielmehr beklagen sie, dass diese junge jüdische Nation nicht von Geburt an „ethnisch gesäubert“ war.

Somit dürfe es eigentlich wenig überraschend sein, dass der Premierminister von Israel diesen politisch nicht korrekten Vorwurf formulierte, dass nämlich das eigentliche Ziel der palästinensischen Führung ein Land ohne jüdische Präsenz ist. Aber ohne gleichzeitige Betrachtung des historischen Hintergrundes dürfte das Video wohl viele zu der Frage veranlassen, wie er so etwas denn behaupten konnte.

Es wäre erfrischend und hilfreich gewesen, wenn einige der Medien auch die Ereignisse des Jahres 1948 beleuchtet hätten, als nur allein über die Verurteilungen von Netanjahus Bemerkungen zu berichten. Hätten sie es getan, und wenn auch nur kurz, dann hätte man den Lesern einen besseren geschichtlichen Hintergrund geben können, um zu versuchen, das Video des Premierministers und seine Aussagen zu verstehen.

 

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The World’s Most Persecuted Minority: Christians

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Wassernot in den ARD-Tagesschau-Redaktion

ULRICH W. SAHM – Wassernot in der ARD-Tagesschau-Redaktion

Jerusalem, 14. August 2016  – Die Tagesschau der ARD brachte am Sonntagabend um 20 Uhr ohne aktuellen Aufhänger einen Bericht von Markus Rosch über die „Wassernot“, unter der „viele Palästinenser“ leiden, wie Moderator Jan Hofer verkündete. „Die Ressource ist knapp und wird von den Israelis streng rationiert“, behauptet Hofer weiter. Das Wasser ist gewiss knapp, aber von einer „Rationierung“ kann keine Rede sein!

„Verschärfend komme hinzu, dass Palästinenser keine Baugenehmigungen für Brunnen erhielten, um sich selbst zu versorgen,“ setzt Hofer fort.

Selbstverständlich muss es Genehmigungen für das Bohren von Brunnen geben. Genauso ist es in Deutschland und anderswo. Da kann nicht jeder in seinem Hinterhof nach Gutdünken einen Brunnen bohren oder das Wasser aus dem Rhein, der Elbe oder der Spree abpumpen. Denn sonst würde sehr schnell das passieren, was im Gazastreifen kurz nach dem kompletten Abzug der Israelis 2005 geschehen ist. Sowie die „scharfe Kontrolle“ der Israelis weggefallen war, und die örtlichen Behörden der Palästinenser sich um nichts mehr kümmerten, haben die Menschen nur ein paar Meter tief in den Sand gebohrt, eine Pumpe angeschlossen und schon sprudelte kostenfrei das Wasser ins Haus. weiterlesen…

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We come home, after 2000 years we are home

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Islamistischer Terror in Würzburg?

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 19. Juli 2016

Wie der Zufall so will, wurde die Nachricht über den Terroranschlag eines jungen Afghanen im Regionalzug bei Würzburg im israelischen Rundfunk verbreitet, als noch kein einziges deutsches Medium dazu auch nur die kleinste Meldung veröffentlicht hatte. In Deutschland wird er Rias A. genannt. Ein IS Video identifiziert ihn jetzt als Muhammad Riyad. Während in Israel sehr schnell mit dem Finger auf „islamistischen Terror“ gewiesen wird, musste die deutsche Polizei erst eine handgemalte IS-Flagge im Zimmer des 17-Jährigen in Ochsenfurt entdecken, um ein islamistisches Motiv einzukalkulieren. Die Polizei hat während des Anschlags im Regionalzug das „Allah U-Akbar“ während eines Notrufs mitgeschnitten. Deutsche Reporter vermieden tunlichst das Wort islamisch oder islamistisch. Erst hieß es, ein „Verdächtiger“ sei mit Axt und Messern auf die Touristengruppe aus Hong Kong losgegangen. Dann kam der „mutmaßliche Täter“, als ob es Zweifel an der Tat gegeben hätte. Und schließlich wurde neutral von einem „Amoklauf“ geredet. Einen Höhepunkt des Zynismus vollbrachte die Grünenpolitikerin und ehemalige Justizministerin Renate Künast mit ihrer Frage auf Twitter, weshalb die Polizei den flüchtenden Afghanen erschossen habe, anstatt ihn zu überwältigen. Inzwischen wird in deutschen Medien vorgeschlagen, nicht von Terror oder Terroristen zu reden, sondern von Kriminellen und Gewalttaten. So solle den Tätern die Lust genommen werden, für Allah zu sterben und in der islamischen Welt als „Schahid“ (Märtyrer) verehrt zu werden.

All diese Diskussionen sind seit Jahren in Israel bestens bekannt. „Der Terrorist des Einen ist Widerstandskämpfer des Anderen.“ Diese Definition macht es den Israelis leicht, fast jeden „nationalistisch motivierten“ Anschlag, nicht nur von Palästinensern, sondern auch von extremistischen Juden, als „Terror“ zu bezeichnen. Selbstverständlich kennen die Palästinenser selber nur Freiheitskämpfer, Widerstand, Heldentaten und am Ende „Märtyrer“, deren Blut den heiligen Boden Palästinas düngt. Selbst Massenmörder, die sich in Bussen oder Restaurants gesprengt haben, um willkürlich israelische Zivilisten zu ermorden, werden von der palästinensischen Autonomiebehörde offiziell mit Denkmälern oder Wandgemälden geehrt. Schulen, Straßen und Fußballplätze werden nach ihnen benannt. Wenn sie mit lebenslänglicher Haft im israelischen Gefängnis sitzen, erhalten sie fürstliche Gehälter. Und auch ihre Familienangehörigen sind finanziell bestens versorgt.

Zu den europäischen Mantras, wie Israelis am besten den palästinensischen Widerstand/Terror brechen könnten, zählen Rückzug aus den besetzten Gebieten, die Errichtung eines palästinensischen Staates und seit Aufkommen der Messerstechereien durch „einsame Wölfe“, heißt es, man müsse den jungen Menschen eine „Perspektive“ geben. All diese Vorschläge verfehlen die Wirklichkeit vor Ort. Palästinensischen Terror hat es schon vor dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 gegeben, also ehe Israel die heutigen besetzten Gebiete eroberte. Die die Fatah-Partei begeht ihre „Gründung“ mit Gedenken an einen Anschlag in Israel durch „Fedajin“ aus dem Gazastreifen 1966. Der „Nahostexperte“ Michael Lüders verglich zwar die Banlieus bei Paris mit den von Israel besetzten Gebieten. Doch Ochsenfurt oder Würzburg dürften kaum einem solchen Vergleich standhalten, um Regierungen in Europa für die Radikalisierung junger Moslems verantwortlich zu machen.

Auch die Errichtung eines palästinensischen Staates bietet keinerlei Garantie für ein Ende des „Widerstandes“. Im Gazastreifen und im Westjordanland leben die meisten Palästinenser dank der Osloer Verträge in einem staatsähnlichen Gebilde, der „Selbstverwaltung“. Sie haben eine eigene Gerichtsbarkeit und Polizei in palästinensischen Uniformen. Bei allen zivilen Belangen haben die Israelis seit 1994 kein Mitspracherecht mehr. Nur wenn Palästinenser nach Israel fahren oder ins Ausland reisen wollen, müssen sie eine kostenlose Genehmigung einholen, so wie jeder Deutsche für die Einreise in bestimmte Länder bei den jeweiligen Botschaften ein teures Visum beantragen muss.

Und schließlich die fehlende „Perspektive“ für die jungen Leute. Ungebildete Terroristen aus ärmlichen Verhältnissen hat es bisher nur sehr selten gegeben. Der Afghane aus Ochsenfurt sollte demnächst eine Bäckerlehre antreten. Palästinensische Terroristen stammen fast ausnahmslos aus wohlhabenden Familien. Sie studierten an israelischen Universitäten oder hatten schon einen guten Job. Ein relativ neues Phänomen sind Kinder, darunter 13-Jährige, die nach Familienstreit zum Messer greifen, um „Juden abzustechen“.

Die Motive der Täter können unterschiedlich sein. Junge Mädchen, die vor ihrer Hochzeit geschwängert wurden, sind aus in ihrer konservativen Gesellschaft ausgestoßen. Für sie gibt es dann nur den Selbstmord als „Schahida“, um sich zu rehabilitieren.

Die Mörder von Brüssel, Paris, Nizza, Kopenhagen oder Ochsenfurt, palästinensische „Widerstandskämpfer“ und Selbstmordattentäter von Bagdad, Aleppo, Beirut oder Tunis haben eines gemein: Selbst wenn sie nicht ausdrücklich „Allah U-Akbar“ (Allah ist der Größte) rufen, was etwa die Zeitschrift Cicero in einem großen Artikel im Falle des Attentäters von Nizza als „Falschmeldung“ abtut, unterliegen alle einer islamistischen Gehirnwäsche und dem Glauben an ein besseres Leben im Paradies, mit oder ohne 72 „Jungfrauen“. Der Motor aller Anschläge ist eine für politische Zwecke missbrauchte religiöse Ideologie. Der Jubel auf Straßen und öffentlichen Plätzen in der muslimischen Welt, etwa nach 9/11 im Jahr 2001 und nach großen Anschlägen seitdem, bezeugen, dass dieser Terror nicht nur von Extremisten gutgeheißen wird, sondern Rückhalt in weiten Kreisen der muslimischen Gesellschaften hat.

Bisher hat noch kein Theologe, Gelehrter oder gar Politiker einen funktionierenden Vorschlag geäußert, wie die von Gott diktierten Glaubenssätze abgeschafft oder geändert werden könnten. Einschlägige Islamfeinde picken brutale Koransuren heraus, um zu beweisen, dass alle Moslems eine akute Gefahr für die Umwelt darstellen.

Moslems hingegen nennen die Namen von extremistischen Geistlichen, die einen großen Einfluss haben und mit ihren Fatwas (Rechtssprüchen) den relativ neuen menschenverachtenden Terror anfeuern. Einer von ihnen ist der prominente Scheich Jusuf al-Qardawi. Der gebürtige Ägypter hat schon vor über 20 Jahren empfohlen, „Rom“ zu erobern. In der arabischen Welt wird er „Mufti der Selbstmordattentate“ genannt. Einen ähnlichen Einfluss hatte Osama bin Laden. Ohne ihn wäre der bislang schlimmste Terroranschlag der Menschheitsgeschichte nicht zustande gekommen.

In Deutschland hatte eine kleine Gruppe von Gleichgesinnten ausgereicht, eine mörderische Ideologie zu erfinden und einer ganzen Nation das Gehirn zu waschen, was zur Zerstörung der Welt und dem Tod von Millionen Menschen führte.

(C) Ulrich W. Sahm

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Nachfahren von Nazi-Tätern singen die haTikwa

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Ein junger Araber klagt an!

Muhammad Zoabi ist neunzehn Jahre jung. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er am 1. Juli 2016:

„Gestern wurde eine 13-jährige Jugendliche von einem palästinensischen Terroristen an dem sichersten Ort ermordet, den es für ein Kind gibt, im Bett, in ihrem Haus, schlafend. Heute wurde ein Vater ermordet, wieder einmal, vor seiner Familie, von den Händen eines verabscheuungswürdigen palästinensischen Terroristen. Ich höre keine Verurteilung und keine öffentliche Wut aus der palästinensischen Gesellschaft über die schrecklichen Angriffe. Ich frage mich, welchen Zustand die Palästinenser für sich herstellen wollen? In was für eine Gesellschaft wollen die Palästinenser, dass ihre Kinder leben? Welche Art von Bildung, wollen sie der künftigen Generation geben? Die Antwort, die uns ihrer Handlungen geben, ist nicht demokratisch. Ein liberales, westliches Land darf das nicht tolerieren! Die radikale, extremistische und unmenschliche Ideologie ist etwas, dass Israel seit Jahrzehnten bekämpft! Die westlichen Welt muss verstehen, dass sie diese Ideologie nicht mehr ünterstützen darf! Unterstützt Israel!“ weiterlesen…

 

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Six Days of Miracles

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Wie man Antisemitismus erkennt

”Zionismus” als Gefahr einzustufen ist Dämonisierung.
Darauf folgt die Deligitimierung Israels.

Natan Sharansky, ehemaliger Häftling, der neun Jahre in sowjetischer Haft verbrachte, war israelischer Minister für Jerusalem und die Diaspora, als er diesen Artikel verfasste. 2003 gründete er das „Weltweite Forum gegen Antisemitismus“, das jüdische Führer mit Organisationen aus allen fünf Kontinenten zur Koordination und Beratung im Kampf gegen den Antisemitismus zusammenbringt. Er war im Kabinett auch schon als Industrie- und Handelsminister, Innenminister, Bauminister und stellvertretender Premierminister tätig. Seine Memoiren „Fürchte nichts Böses“ wurde 1988 in den Vereinigten Staaten veröffentlicht und in neun Sprachen übersetzt. Sein Buch, „The Case für Democracy“ veröffentlichte der Verlag Public Affairs aus New York im Jahre 2004.

Der 3D-Test auf Antisemitismus:
Dämonisierung, doppelte Standards, Delegitimierung

von Nathan Sharansky · Original: 3D Test of Anti-Semitism: Demonization, Double Standards, Delegitimization

Als ich Dissident in der ehemaligen Sowjetunion war, war eine meiner regelmäßigen Aktivitäten die Beobachtung des Antisemitismus und das Hinausschmuggeln von Beweisen und Berichten über solche Aktivitäten in den Westen. Ich glaubte damals, dass die freie Welt besonders nach dem Holocaust ein zuverlässiger Verbündeter im Kampf gegen den Antisemitismus sei.

Leider lag ich falsch. Heute, als Minister in der israelischen Regierung verantwortlich für die Beobachtung des Antisemitismus, befinde ich mich laufend in der Situation die Botschafter der westeuropäischen Staaten einzubestellen, um gegen antisemitische Angriffe auf Juden in ihren Ländern und die häufig milden Reaktionen ihrer Regierungen zu protestieren.

Im Verlauf der letzten vier Jahre haben wir das Wiederaufleben antisemitischer Aktivitäten in der demokratischen Welt erlebt. In Europa wurden Synagogen angezündet, Rabbis auf der Straße angepöbelt, jüdische Kinder auf dem Schulweg und in der Schule körperlich angegriffen und jüdische Friedhöfe geschändet.

Den “Neuen Antisemitismus” erkennen

Darüber hinaus stellt der sogenannte „neue Antisemitismus“ eine einzigartige Herausforderung dar. Während sich der klassische Antisemitismus gegen jüdische Menschen oder die jüdische Religion richtet, richtet sich der „neue Antisemitismus“ gegen den jüdischen Staat. Da sich dieser Antisemitismus hinter der Fassade der legitimen Kritik an Israel verstecken kann, ist es wesentlich schwieriger diesen zu entlarven. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser Hass im Namen von Werten voran getrieben wird, die die meisten von uns als unanfechtbar angesehen werden, so z.B. die Menschenrechte.

Und doch müssen wir klar und offen diesen neuen Antisemitismus offen legen.. Ich glaube, dass wir einen kleinen Test durchführen können – ich bezeichne ihn als den „3D-Test“ – der uns hilft legitime Kritik an Israel von Antisemitismus zu unterscheiden.

Das erste „D“ ist der Dämonisierungs-Test. Wenn der jüdische Staat dämonisiert wird, Israels Handeln ohne jedes Maß dargestellt wird, Vergleiche zwischen Israelis und Nazis und palästinensischen Flüchtlingslagern und Auschwitz gezogen werden – dann ist das Antisemitismus, keine legitime Kritik an Israel.

Das zweite “D” ist der Test auf doppelte Standards. Wenn Kritik selektiv auf Israel angewendet wird; wenn allein Israel von der UNO wegen Menschenrechtsverletzungen herausgestellt wird, während das Verhalten bekannter und wichtiger Verletzer wie China, Iran, Kuba und Syrien ignoriert wird; wenn Israels Magen David Adom als einziger der Ambulanzdienste der Welt die Aufnahme ins Internationale Rote Kreuz verweigert wird – dann ist das Antisemitismus.

Das dritte „D“ ist der Delegitimierungs-Test: Wenn Israel das fundamentale Recht auf Existenz in Abrede gestellt wird, als einzigem Volk auf der Welt, dann ist auch das Antisemitismus.

Die Zunahme des arabischen und islamischen Antisemitismus

Ganz besonders beunruhigt mich der konstante und anwachsende Strom der antisemitischen Propaganda aus der arabischen und muslimischen Welt – darunter Propaganda, die ihrer Natur nach sich völkermörderisch gegen Juden wie auch den Staat Israel richtet. Das sollte Grund für große Sorge sein, nicht nur für Israel und die Juden, sondern für Männer und Frauen guten Gewissens überall. Solche Gehässigkeit besudelt den Nahen Osten und das internationale Gesprächsklima und ermöglicht es, dass unverfrorener Judenhass ungestraft geäußert werden kann.

Anfang des Jahres veröffentlichte mein Büro einen 150 Seiten starken Bericht über „Antisemitismus im gegenwärtigen Nahen Osten“. Die Studie gibt einen Überblick über antisemitische Berichterstattungen, Leitartikel oder redaktionelle Karikaturen in der von den Regierungen kontrollierten Presse von Ägypten, den Iran, Jordanien, dem Libanon, der palästinensischen Autonomiebehörde, Syrien, Saudi-Arabien und den Golfstaaten. In mehr als einhundert redaktionellen Karikaturen, die der Bericht beinhaltet, werden Juden und Israelis ausnahmslos als Giftschlangen, mörderische Nazis oder blutrünstige Kreuzfahrer dargestellt.

Wir stellten fest, dass der bösartige Antisemitismus, der ausdrücklich zum massivem Terror gegen und Völkermord an Juden, Zionisten und dem Staat Israel aufruft, mehr und mehr einen Allgemeinplatz im arabischen Nahen Osten einnimmt. Darüber hinaus haben sich die Grenzen zwischen Antisemitismus, Antiamerikanismus und antiwestlicher Haltung nahezu vollständig verwischt. Der überwältigend große Anteil dieser Propaganda wird von den von den Regierungen kontrollierten Medien und angeblich angesehen Verlagen herausgegeben, die mit den arabischen Regierungen eng verknüpft sind.

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Laxheit, mit der Länder reagiert haben oder aber auch nicht reagiert haben und dem anwachsenden arabisch/islamischen Antisemitismus und der dramatischen Zunahme von körperlichen und verbalen Angriffen auf Juden und Israelis weltweit.

Ich erkenne an, dass es im vergangenen Jahr positive Entwicklungen im Kampf gegen den Antisemitismus gegeben hat. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hielt mehrere Tagungen zum Kampf gegen den Antisemitismus ab und zum erstenmal überhaupt verurteilte die UN-Menschenrechtskommission den Antisemitismus in drei unabhängigen Resolutionen die einstimmig angenommen wurden.

Diese wichtigen Initiativen reichen aber noch nicht aus, um den staatlich unterstützten Antisemitismus zu bekämpfen, insbesondere die arabische/islamische Vielfalt, wie sie weiter oben beschrieben ist. Um wirkliche Fortschritte zu machen, muss die freie Welt bereit sein den Antisemitismus nicht nur öffentlich und kraftvoll zu verurteilen, sondern auch eine gemeinsame Politik gegen Staaten verfolgen, die den Antisemitismus unterstützen.

Die Notwendigkeit einer gemeinsamen Politik

Die Wirksamkeit einer Politik, die auf Gemeinsamkeit basiert, wurde auf beeindruckende Weise gezeigt, als vor etwa einer Generation eine Gruppe von Dissidenten in der Sowjetunion, zu der auch ich gehörte, sich entschied, die Helsinki-Gruppe im Sog der Schlussakte von Helsinki zu gründen – dem Papier, das später zur Gründung der OSZE führten.

Mit Hilfe mutiger Führer aus dem Westen, die ihre Beziehungen zu den Sowjets vom Umgang mit ihrem Volk abhängig machten, half die Helsinki-Gruppe sicherzustellen, dass die Sowjets auf der internationalen Bühne keine Schritt machen konnten, ohne dass ihre Menschenrechtspolitik zum Thema wurde. Das Ergebnis: Es wurden echte Fortschritte erzielt.

Ich denke, dass die Bekämpfung des Antisemitismus eine bedeutendere Rolle in den bilateralen Beziehungen zwischen Amerika und der arabischen und muslimischen Welt spielen sollte als bisher. Nur eine gemeinsame Politik kann dazu beitragen, die Extremisten unbedeutend zu machen und jene zu ermutigen und zu unterstützen, die diesen bösartigen Hass ablehnen.

Antisemitismus ist nicht nur eine Bedrohung für die Juden. Die Geschichte hat uns gezeigt, dass die Kräfte, die hinter dem Antisemitismus stecken, alle Werte der Freiheit und der Zivilisation gefährden, an welchen wir gerne festhalten, sofern man ihm freien Lauf lässt. Nie mehr wieder kann sich die freie Welt es leisten zuzusehen, wenn sich der Antisemitismus auf bedrohliche Weise auftaucht.

Wir dürfen das nicht zulassen. Wir müssen alles Menschen mögliche unternehmen, um den Antisemitismus zu bekämpfen. Bewaffnet mit moralischer Klarheit, Entschlossenheit und einem gemeinsamen Ziel ist das ein Kampf, den wir gewinnen können und werden.

 

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